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Wo ist die Kreativität?

Wahrscheinlich gibt es bei jedem, der sich in irgendeiner Weise kreativ betätigt mal den längeren oder kürzeren Zeitraum wo man sich die Frage stellt, wo die Kreativität geblieben ist? Ich glaube, man kann diese Situation auch mit dem Wort Schreibblockade bezeichnen.

Klar es gibt viele Situationen und Umstände, die jemanden Inspiration bieten können. Sei es zum Beispiel ein Film, ein Buch, eine Überschrift, ein Gespräch, die Natur und noch vieles mehr. Aber trotzdem gibt es dann Situationen, in denen sich dann diese innere Stimme meldet und einem sagt: „Die Idee ist nicht gut genug. Schmeiß sie wieder weg.“

Ich habe oft mit dieser Stimme zu kämpfen, jedoch denke ich mittlerweile, das es gar nicht der Sinn ist, diese Stimme zu bekämpfen, die einem alles mies machen möchte. Vielmehr sollte man sich mit dieser Stimme vielleicht sogar anfreunden, denn sie taucht sowieso immer wieder auf. Also, wie soll man mit dieser inneren Stimme umgehen?

Ich werde in Zukunft einfach zu ihr sagen: „Hallo. Schön, dich auch mal wieder zu sehen. Es ist zwar dein gutes Recht, dass du dich bei mir immer einmischst und versuchst, jede meiner Ideen zu vermiesen aber ich lasse mich auf dieses Spiel nicht mehr ein. Es ist mir schon klar, dass du immer wieder auftauchen möchtest und mir meine Kreativität kaputt machen willst aber in Zukunft solltest du dich damit abfinden, dass ich mir dein Gerede nicht mehr anhören werde. Werde dir bewusst, dass es mir egal ist, was du mir zu sagen hast, ich werde meine Ideen trotzdem weiter verfolgen und nichts mehr davon verwerfen.“

Man sollte gewisse Dinge einfach lockerer sehen. Man darf seine Kunst nicht zu ernst nehmen, denn wenn man das tut, quält man sich nur selbst damit und macht sich selbst verrückt.

Aber was, wenn einem wirklich nichts einfällt? Wenn der Kopf leer ist? Wenn man vor einem leeren Blatt Papier sitzt und es auch noch nach Stunden leer ist? Ja, auch dann sollte man sich nicht unter Druck setzen. Auch dann sollte man locker bleiben. Es gibt andere Zeiten, an denen die Ideen nur so heraussprudeln. Das ist genau dann der Zeitpunkt, wo man sich nicht einreden lassen darf, dass die Ideen zu schlecht sind? Man sollte jede Idee aufschreiben…und zwar sofort. Vielleicht reicht dann genau aus diesen Ideen ein Satz, ein Fragment oder vielleicht sogar nur ein Wort, welches die Kreativität wieder beflügeln und vielleicht sogar die Schreibblockade wieder lösen kann.

Es gibt nur Eines, das in diesen Situationen ganz wesentlich ist. Man soll eine Möglichkeit haben, jede Idee und möge sie noch so bedeutungslos erscheinen sofort zu notieren…für den Fall von Musikern auch aufzunehmen.

Seien wir uns ehrlich…speziell in der Musik…da gibt es wohl keine Akkordfolge, die schon mehrmals gespielt, oder kein Thema, das nicht schon mehrmals behandelt wurde. Davon, wie schwer es ist, einen völlig neuen Musikstil zu kreieren, davon möchte ich gleich gar nicht reden. Ich denke, einen neuen Musikstil kann man wahrscheinlich gar nicht zwanghaft neu erfinden…so etwas passiert einfach…und wenn, dann darf man sich glücklich schätzen.

Aber um zurückzukommen auf die Frage, worüber man schreiben soll. Wenn man sich fragt, ob ein Thema, zu dem man eine Idee hat, bereits behandelt wurde, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass die Antwort „ja“ lautet. Und auf diese Antwort kann man nur erwidern: „Ja, und? Klar…das Thema wurde schon behandelt…und zwar mehrmals…aber es wurde noch nicht von MIR behandelt. Also, jetzt kommt meine Sicht der Dinge…und ja…ich habe definitiv auch etwas zu sagen.“ Also machen wir uns nichts vor und machen wir uns vor allem nicht verrückt. Es gibt nichts, worüber nicht schon geschrieben wurde…trotzdem gibt es kein Verbot, dass man so ein Thema nicht trotzdem nochmals behandelt. Und wenn man dann eine Weg findet, Emotionen beim Hörer auszulösen, dann darf man sich glücklich schätzen.

Über eine Sache sollte man sich allerdings auch klar werden. Wenn man ein Thema behandelt und einen Text oder ein Lied auf die Reise schickt, dann gehört einem dieser Text oder dieses Lied nicht mehr und man hat auch nicht in der Hand, was ein anderer Hörer darunter versteht oder hineininterpretiert. Aber das ist auch gut so. Gefühle und Auffassungen sind so verschiedenen wie alle Menschen verschieden sind. Und das ist auch das Schöne an der Kreativität. Wenn man selbst eine Vorstellung darüber hat, was man aussagen möchte so gibt es auch für ein und denselben Text etliche andere Vorstellungen darüber, was gemeint ist. Und das hat auch durchaus seine Richtigkeit so. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die eigene Vorstellung seines Ergebnisses die einzig richtige und allgemein gültige Vorstellung ist.

Es ist doch auch schön, wenn man weiß, dass ein Text die Menschen zum diskutieren anregt und man sich Fragen stellt, wie zum Beispiel „was ist gemeint?“ oder „was will der Künstler damit sagen?“. Wie gesagt, so vielfältig die Menschen sind, so sind es auch ihre Meinungen, Vorstellungen und Emotionen. Jeder Mensch hat eine eigene Vergangenheit und ein anderes Auffassungsvermögen verschiedener Dinge.

Aber um jetzt nochmals auf die Frage dieses Beitrages zu kommen: Wo ist die Kreativität?

Ich bin der Meinung, die Kreativität ist immer da. Sie schwirrt irgendwo herum und wartet nur darauf, bis ein Mensch dazu bereit ist, sie zu empfangen. Aber um sie zu empfangen darf man wahrscheinlich nicht zu verbissen an die Sache rangehen. Natürlich kommen manche Ergebnisse leichter und andere Ergebnisse schwerer auf die Welt. Eine Idee muss dazu bereit sein, geboren zu werden. Wenn sie das nicht ist, sollte man sie auch nicht erzwingen. Man ist auch selbst nicht immer bereit, eine Idee zu empfangen. Da hängt von der Tagesverfassung und von den privaten Umständen ab. Jedoch wenn man bereit ist, eine Idee zu empfangen und für die Kreativität offen ist, sollte man auch jederzeit die Möglichkeit haben, diese Idee festzuhalten damit sie bei einem bleibt.

Mein Blog beschäftigt sich zwar in erster Linie mit Musik aber Kreativität kann sich in allen Bereichen zeigen. Damit meine ich jetzt nicht nur künstlerische Tätigkeiten wie musizieren, fotografieren, malen oder schreiben. Auch in alltäglichen Dingen, wie kochen, aufräumen oder zum Beispiel Gartenarbeit kann man kreativ sein. Das ist meine persönliche Meinung…die muss jetzt nicht jeder verstehen…das verlange ich auch nicht. Ich bin mir nur sicher…auch wenn man alltägliche Dinge nicht so verbissen sieht und auch hier Kreativität zulässt, können einem solche Tätigkeiten leichter fallen.

Abschließend möchte ich nur noch Eines sagen. Seien wir offen für die Kreativität. Lassen wir sie in unser Leben eintreten. Die Kreativität ist immer da und sie kann eine Bereicherung sein nicht nur für uns selbst sondern auch für viele andere Menschen, denen wir unsere eigene Kreativität nicht vorenthalten.

Die Sache mit der Soundsuche

Ich versuche so oft es geht, Zeit zu finden, um in meinem Homerecordingstudio an meinem Musikprojekt zu arbeiten.

Wie das in meinem Fall aussieht, möchte ich hier kurz beschreiben. Wenn ich einen neuen Song geschrieben habe (was in erster Linie auf der Gitarre geschieht) versuche ich mir mal zu überlegen, ich welche Richtung dieser Song gehen könnte. Was möchte ich damit sagen und welche Sounds können das am besten unterstützen. Und damit stecke ich dann schon im Schlamassel. Es beginnt die Soundsuche. Und dahinter steckt wirklich Arbeit. Jeder noch so kleine Sound kann irgendwie völlig inspirierend sein…und jeder noch so kleine Sound kann sich auf das Arrangement auswirken. Manchmal wechselt der Charakter des jeweiligen Liedes so innerhalb kürzester Zeit mehrmals.

Es ist mir auch schon öfter passiert, dass alleine die Suche nach geeigneten Sounds mehrere Stunden beansprucht hat. Das hat mich wiederum in der Ansicht bestätigt, dass es wohl wichtig ist, wenn man konkrete Vorstellungen hat, wie der Song klingen soll…und das am besten während des Schreibens.

Wie gesagt, Sounds alleine können schon sehr inspirieren sein und aus einem einzigen Sound kann schon mal eine Idee für einen ganz neuen Song entstehen. Was natürlich das nächste „Problem“ mit sich bringen kann.

Man findet einen inspirierenden Sound und beginnt dann schon mit der Arbeit an einen neuen Song…und das obwohl der alte Song noch gar nicht fertig ist.

Also wäre es wohl wichtig, die nächste grundlegende Sache anzusprechen. Neben den konkreten Vorstellungen, wie ein Song, den man geschrieben hat, klingen soll wäre es wohl wichtig, sich darauf zu konzentrieren, den jeweiligen Song fertig zu stellen. Sonst sitzt man am Ende da, hat 10 halbfertige Songs und steht dann vor der Frage…“ja, welchen mache ich denn jetzt fertig?“.

Natürlich ahnt man dabei nicht, dass man für die jeweiligen Songs vielleicht noch weitere Sounds brauchen könnte…also ist der Teufelskreis hier schon mal vorprogrammiert.

Also können die umfangreichen Auswahlmöglichkeiten an Sounds Fluch und Segen zugleich sein.

Natürlich arbeitet nicht jeder so aber da ich in diesem Blog ja über meine persönlichen Erfahrungen berichte, zählt das zu den wesentlichen Dingen, die ich bei der Musikproduktion gelernt habe.